Bezaubernde Jeannie

 Deutsche Erstausstrahlung: 19.9.1967 ZDF

Bezaubernde Jeannie (im Original: I Dream of Jeannie) ist eine US-amerikanische Fernsehserie, die auf NBC vom 8. September 1965 bis zum 26. Mai 1970 mit neuen Folgen  erstausgestrahlt wurde, bis zum 1. September 1970 mit diversen  Wiederholungen. Vom ZDF wurde die Serie mit 13 Folgen vom 19. September bis 19. Dezember 1967  erstmals in Deutschland ausgestrahlt. Sie erreichte eine  überdurchschnittliche Quote von 48%. Die TV-Serie wurde von Screen Gems und Sidney Sheldon Productions produziert.

Der Astronaut Tony Nelson wird nach einer missglückten Landung auf eine verlassene Insel im Pazifik verschlagen, auf der er eine seltsame Flasche findet. In dieser Flasche haust seit 2000 Jahren ein orientalischer persisch sprechender Geist (Dschinn) namens Jeannie, der magische Kräfte besitzt. Jeannie hat die Gestalt einer schönen, blonden Frau und muss demjenigen gehorchen, der die Flasche öffnet.

Jeannie weigerte sich, den gefährlichen Zaubergeist Blue Djinn zum Ehemann zu nehmen, woraufhin sie dieser in einen Flaschengeist verwandelte. In einer verschlossenen Flasche sollte sie auf einer  einsamen Insel auf ihre Befreiung warten. Zwei Jahrtausende vergehen, bis ihre Rettung am 18. September 1964 in Gestalt des US-Astronauten Tony Nelson naht.

Jeannie verliebt sich in ihren Befreier und versucht, ihn durch Zaubertricks (meist bewirkt durch das Blinzeln ihrer Augen und gleichzeitiges Verschränken der Arme) für sich zu gewinnen. Sie folgt ihm heimlich bis zu seinem Haus in Cocoa Beach an der Küste Floridas. Roger Healey, Tonys bester Freund und Arbeitskollege, ist der einzige, der noch von Jeannies Existenz weiss und genauso wie Tony laufend in die  spektakulärsten Zaubereien verwickelt wird. Er ist ein liebenswerter Schürzenjäger mit komödiantischer Ader und geht bei Tony ein und aus.

Als Tony die Flasche geöffnet hatte, wurde er eigentlich Jeannies Meister, allerdings erklärte er sie sofort in der ersten Folge für frei. Dies wurde im englischsprachigen Vorspann der ersten Folgen auch stets betont. Aus Liebe und weil es ihrem Rollenverständnis als Dschinn(ie) entspricht, versucht Jeannie allerdings meist, alle Wünsche  ihres Meisters zu erfüllen. In einigen Folgen allerdings widersetzt sie sich      (z.B. 1. Staffel, 27. Folge, als sie ein Paar Slippers zurück haben möchte). Die Art, wie Jeannie mit einer gewissen herzlichen  Naivität Tonys heimliche Wünsche Wirklichkeit werden lässt, befördert ihren Meister allerdings von einer Schwierigkeit in die nächste. Ausserdem stellt sich schnell heraus, dass Jeannie in vielen Dingen ihren eigenen Kopf hat und Tony allzu gern bevormundet.

Tonys und Rogers unmittelbarer Vorgesetzter, Colonel Alfred Bellows, ein NASA-Psychiater, interpretiert die ungewöhnlichen Situationen, die durch die Zauberkunststücke Jeannies in jeder Episode neu entstehen, stets als abnormales Verhalten von Tony Nelson. Wann immer Dr. Bellows Opfer von Jeannies magischen Kostproben wird, wendet er sich an den General, um  ihn von Tonys übersinnlichen Fähigkeiten zu überzeugen. Weil er mit diesem Ansinnen jedoch regelmässig scheitert und für verwirrt gehalten wird, verordnet ihm der General laufend neue Psychoanalysen.

Besonders Tony hat unter den Umtrieben seines Hausgeistes zu leiden; mal geht er auf unfreiwillige Abenteuerreise in die  Vergangenheit, mal muss er sich mit absonderlichen Talenten oder  herbeigezauberten Dingen herumschlagen, die ihm nur Ungemach und  peinliche Momente bescheren. Zudem ist Jeannie ungemein eifersüchtig.  Wann immer Tony einer anderen Frau schöne Augen macht, tritt sie mit  ihren raffinierten Tricks dazwischen.

Dabei kennt ihre Magie beinahe keine Grenzen: Um ihrem Meister Erholung zu verschaffen, macht sie jeden Tag zu einem Sonntag; unvermittelt findet sich Tony auf einer Party mit Shakespeare und  Sigmund Freud wieder oder muss den Zorn Napoleons ertragen. Gegenstände und Personen verschwinden oder tauchen aus dem Nichts auf, und niemand hat eine vernünftige Erklärung.

Am meisten ärgert Jeannie, dass Tony ihre herbeigehexten Reichtümer und Wundertaten verschmäht. Der will stattdessen selbst für seinen Lebensunterhalt aufkommen, liebt “Fairplay”, möchte keine Tricks im Berufsleben anwenden und versucht vergeblich, Jeannie beizubringen, wie man mit den eigenen Händen putzt und kocht. Manchmal wird Tony zum Spielball von Jeannies böser Schwester, die ihr gern den “Meister” ausspannen möchte, um Tony zu ihrem Geschöpf zu machen; dabei schreckt sie nicht einmal davor zurück, Jeannie gefangenzunehmen oder anderweitig auszuschalten.

Jeannie hat auch einen Vorgesetzten, den alten Haji, seines  Zeichens Herr über alle Dschinns. Wenn Jeannie wieder einmal gegen die  Regeln ihrer Zunft verstösst oder Rat benötigt, entsteigt er mit grossem Getöse einer Rauchsäule.

Dr. Alfred Bellows und seine umtriebige Frau Amanda sind auch privat mit Tony befreundet - da bleibt es nicht aus, dass auch Mrs. Bellows so manchen Spuk über sich ergehen lassen muss. Anders als ihr Mann verliert sie in solchen Situationen jedoch leicht die Nerven. Trotz aller Verwicklungen meint es Jeannie niemals böse. Sie liebt ihren Meister von ganzem Herzen und tut alles Mögliche, um endlich seine Frau zu werden. Dabei unterlaufen ihr jedoch regelmässig unvorhersehbare Pannen.

In der fünften und letzten Staffel heiratet Jeannie ihren Meister offiziell und muss sich nun nicht mehr vor der Öffentlichkeit  verstecken. Ihre Zauberkraft behielt Jeannie trotz der Hochzeit mit  einem “€žnormal sterblichen” Mann, obwohl in einer früheren Episode mit dem Titel Wie soll das weitergehen? behauptet wurde, sie würde  diese dabei verlieren, allerdings könnten Kinder des Paars die Zauberkraft erben. Gezeigt wird dies in dem Film Die Rückkehr der bezaubernden Jeannie von 1985, in welchem Jeannie von ihrem Sohn TJ mit einem Blinzeln aus ihrer magisch verschlossenen Flasche befreit wird.